Manchmal sitze ich auf meinem Felsen und höre euch Menschen reden. Ihr liebt es, euch gegenseitig zu erklären, dass nur ihr eine Sprache habt.
Ich schnurre leise, weil ich weiß: Das ist süß.
Und falsch.

Ich spreche den ganzen Tag.
Nicht in euren mühsam zusammengesetzten Lautketten, sondern in Sätzen aus Klang, Bewegung und Blicken. Ein leises Gurren sagt „Hier bin ich“. Ein tieferes Brummen warnt: „Komm nicht näher“. Ein hoher Schrei reicht kilometerweit und bedeutet: „Dieses Tal gehört mir.

Ihr nennt das „Laute“.
Ich nenne es Leben.

Euer Problem? Ihr hört mit den Ohren, aber nicht mit dem Verstand.
Ihr denkt, Sprache muss Grammatik haben, damit sie echt ist.
Doch mein Schnurren ist kein Zufallsgeräusch. Es ist Absicht. Es ist Botschaft.

Und glaubt mir: Wenn ihr eines Tages ganz still wärt, würdet ihr merken, dass die Wälder, die Berge, sogar der Wind reden. Nur ihr habt euch so viel Lärm gebaut, dass ihr nichts mehr versteht.

Also, Zweibeiner:
Sprache gehört nicht euch.
Sie gehört allen, die etwas zu sagen haben.
Und ich habe immer etwas zu sagen. 😼