und sich wundert, wenn der Mungo die Schlange frisst
Ich bin Puma. Ich jage.
Aber ich jage nicht meine eigenen Verwandten.
Das überlasse ich den Menschen – die sind darin wahre Meister.
Da hetzen sie Hunde auf Füchse.
Ja, Füchse – die entfernten Vettern ihrer eigenen Jagdhunde. Sie merken nicht einmal, dass sie die eine Hälfte der Familie auf die andere loslassen.
Oder sie würden im Cerrado vermutlich jubeln, wenn ihre Hunde einen Mähnenwolf stellen. Langbeinig, rotes Fell, spitze Schnauze – alles Hund. Nur eben wild, frei und ohne Halsband. Für mich: ein Nachbar. Für sie: „Wildpret“.
Und dann gibt es noch den Mungo.
Der Mungo macht’s cleverer als alle Jäger: Er packt sich einfach eine Schlange, schlägt sie mit blitzschnellen Hieben und frisst sie genüsslich. Keine Trophäe, keine Jagdhorn-Fanfare – einfach satt werden.
Doch stell dir vor, es gäbe keine Mungos mehr.
Der Mensch hätte ihn ausgerottet – aus Dummheit, aus Angst oder aus Gier.
Was bliebe? Eine Landschaft voller giftiger Schlangen.
Kein Mungo, der sie im Zaum hält. Kein natürlicher Gleichgewichtshüter mehr.
Und plötzlich müsste der Mensch selbst den Job übernehmen – nur dass er nicht so schnell zubeißt und deutlich schlechter gegen Neurotoxin aussieht.
Der Unterschied?
Ich und der Mungo jagen, weil wir leben wollen.
Der Mensch jagt oft, weil er zeigen will, dass er es kann.
Und wenn er’s dann auch noch „Sport“ nennt, dann schnurre ich vor Ironie.
Sport ist Laufen, Springen, Schwimmen.
Nicht, die Natur gegeneinander auszuspielen, nur um sich selbst zu feiern.
Also, Zweibeiner:
Lass den Hund im Wald bellen, den Mähnenwolf durchs Gras schleichen und den Mungo Schlangen fressen.
Dann stimmt die Ordnung.
Und ich muss weniger den Kopf schütteln. 😼


